Wespenspinne
Argiope bruennichi
Allgemeine Daten
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Infraordnung: Araneomorphae
Familie: Radnetzspinnen (Araneidae)
Gattung: Argiope
Art: Argiope bruennichi
Lebensdauer: meist 1 Jahr
Giftigkeit: Für Menschen harmlos
Allgemeine Beschreibung
Die Wespenspinne ist mit ihrem auffälligen Gelb-Schwarz-Muster eine der bekanntesten Spinnenarten Mitteleuropas. Sie baut große, radförmige Netze in hohen Gräsern oder an Feldrändern. Typisch ist das „Stabiliment“, ein Zickzack-Band aus Seide in der Netzmitte. Kein Wunder, dass man sie leicht wiedererkennt.
Aussehen
Weibchen sind 14–17 mm groß, mit rundlichem Hinterleib, der gelbe Querstreifen auf schwarzem Grund zeigt – eben wie eine Wespe. Männchen bleiben winzig, oft nur 4–6 mm, und wirken unscheinbar bräunlich. Ein klarer Fall von Geschlechtsdimorphismus.
Die Beine sind länglich, oft mit dunklen Ringelungen. Der Vorderkörper (Prosoma) ist graubraun behaart. Die acht Augen sitzen in zwei Reihen. Und die kräftigen Cheliceren sind zum Ergreifen der Beute bestens geeignet.
Lebensraum
Diese Spinne bevorzugt offene, sonnige Flächen: Wiesen, Brachland, Feldraine. Entscheidend ist hohes Gras, in dem sie ihre Netze zwischen Halmen aufspannen kann. Sie gilt als wärmeliebend, weshalb sie sich besonders in südexponierten Lagen wohlfühlt.
Verbreitungsgebiet
Ursprünglich im Mittelmeerraum beheimatet, hat sich die Wespenspinne seit den 1930er-Jahren stark nach Norden ausgebreitet. Heute ist sie in fast ganz Europa verbreitet, bis nach Skandinavien. Auch in Asien und Nordafrika ist sie anzutreffen. Ihr Vormarsch nach Norden wird oft mit dem Klimawandel in Verbindung gebracht – ja gut, wärmer wird’s halt.
Verhalten
Die Wespenspinne verharrt meist reglos in der Netzmitte, mit dem Kopf nach unten. Nähert sich ein Insekt, wird es rasch gepackt, mit Seide eingesponnen und durch einen Giftbiss gelähmt. Auffällig ist ihre Jagdstrategie bei Heuschrecken: Diese vergleichsweise großen Beutetiere werden blitzschnell fixiert. Das dürfte Naturfreunde beeindrucken.
Sie ist tagaktiv, besonders bei sonnigem Wetter. Wird das Netz beschädigt, baut sie es neu – oft täglich.
Ernährung
Ihre Hauptnahrung bilden Heuschrecken, Wanzen und andere Insekten, die im hohen Gras unterwegs sind. Auch Fliegen oder Bienen gehen ins Netz, wenn sie Pech haben. Die Spinne saugt den verflüssigten Inhalt der Beute auf, zurück bleibt die leere Hülle.
Fortpflanzung
Die Paarung ist riskant: Das kleine Männchen nähert sich vorsichtig dem Weibchen. Oft endet es als Beute – eine klassische „sexuelle Kannibalin“. Gelingt die Befruchtung, legt das Weibchen im Spätsommer einen großen, kugelförmigen Eikokon ab, der wie ein kleiner Papierball aussieht. Darin überwintern die Eier, die Jungspinnen schlüpfen erst im folgenden Frühjahr.
Gefahr für den Menschen
Trotz ihres wehrhaften Aussehens ist die Wespenspinne für Menschen praktisch ungefährlich. Ihr Biss ist selten und erinnert in der Wirkung an einen Bienenstich: kurz schmerzhaft, eventuell eine leichte Schwellung. Für Allergiker könnte es unangenehm sein, für gesunde Menschen nicht.
Natürliche Feinde
Zu den wichtigsten Feinden zählen Vögel, Wespen und parasitische Insekten. Besonders gefährlich sind Grabwespen, die die Spinnen lähmen und ihren Larven als Nahrung bereitstellen. Auch Spinnenparasiten wie die Raupenfliegen können den Bestand beeinflussen. Junge Wespenspinnen fallen zudem Räubern wie Laufkäfern oder anderen Spinnen zum Opfer.
Gefährdung
Die Wespenspinne gilt in Mitteleuropa derzeit nicht als gefährdet. Im Gegenteil: Ihre Bestände haben in den letzten Jahrzehnten zugenommen. Nur die Intensivierung der Landwirtschaft mit Pestiziden oder das Verschwinden von Brachflächen kann lokal Probleme bereiten. Doch insgesamt ist sie eine Erfolgsart, die sich sogar ausbreitet.
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