Gerandete Jagdspinne
Informationen zur Spinnenart
Familie / Ordnung:
Raubspinnen (Pisauridae) / Webspinnen (Araneae) / Echte Webspinnen (Araneomorphae)
Lateinischer Name:
Dolomedes fimbriatus
Aussehen
Die Gerandete Jagdspinne (Dolomedes fimbriatus) zählt zu den größten einheimischen Spinnenarten. Weibchen erreichen eine Körperlänge von bis zu 23 Millimetern, Männchen bleiben mit etwa 10–15 Millimetern deutlich kleiner. Der Körper ist langgestreckt, die Beine kräftig und auffallend lang, wodurch die Spinne sehr elegant wirkt. Typisch ist die Färbung: Der Vorderkörper (Carapax) ist dunkelbraun mit einem breiten, cremefarbenen Längsstreifen an den Seiten. Der Hinterleib (Opisthosoma) ist ebenfalls dunkelbraun und zeigt zwei helle Längsbänder, die je nach Individuum scharf oder verschwommen begrenzt sein können. Die Beine sind bräunlich und tragen helle Streifen, wodurch ein „gerandeter“ Gesamteindruck entsteht, der der Art ihren Namen gibt. Ihre Oberfläche ist fein behaart und leicht wasserabweisend – eine Anpassung an den Lebensraum am Wasser.Verbreitungsgebiet
Die Gerandete Jagdspinne ist in weiten Teilen Europas verbreitet, von Skandinavien bis in den Mittelmeerraum, allerdings meist lokal begrenzt. In Deutschland kommt sie vor allem im Norden und in den Mittelgebirgen vor. In Süddeutschland ist sie seltener geworden. Ihr Verbreitungsschwerpunkt liegt in Feuchtgebieten, Mooren und entlang von Still- und Fließgewässern.Lebensraum
Typische Lebensräume sind sumpfige Wiesen, Niedermoore, Seeufer, Gräben und langsam fließende Bäche. Sie bevorzugt dichte Ufervegetation mit ausreichend Deckung und ruhige Gewässer. Ihre wasserabweisende Behaarung erlaubt es ihr, sich auf der Wasseroberfläche zu bewegen, ohne unterzugehen. Sie kann sogar kurze Strecken schwimmen und tauchen, um Beute zu fangen oder Feinden zu entkommen. Wichtig sind naturnahe, ungestörte Feuchtgebiete mit gutem Nahrungsangebot.Verhalten
Die Gerandete Jagdspinne ist eine aktive Jägerin und baut kein Fangnetz. Sie hält sich meist am Rand von Gewässern auf, wo sie auf der Vegetation oder direkt auf der Wasseroberfläche lauert. Beute wird mit blitzschnellen Vorstößen ergriffen. Droht Gefahr, lässt sie sich ins Wasser fallen und kann dort mehrere Minuten untertauchen, indem sie eine Luftblase zwischen Körper und Wasseroberfläche einschließt. Ihre ausgezeichnete Sehfähigkeit ermöglicht es ihr, Bewegungen auf der Wasseroberfläche präzise wahrzunehmen.Ernährung
Die Nahrung besteht vor allem aus Insekten, die an der Wasseroberfläche treiben oder in Ufernähe aktiv sind – etwa Mücken, Libellenlarven oder Wasserkäfer. Gelegentlich erbeutet die Gerandete Jagdspinne auch Kaulquappen oder sehr kleine Fische. Sie tötet ihre Beute mit einem Biss, injiziert Verdauungsenzyme und saugt die verflüssigten Körperinhalte anschließend aus. Ihre Jagdmethode ist energieeffizient und sehr erfolgreich, besonders in stillen Gewässerbereichen.Fortpflanzung
Die Paarung erfolgt im späten Frühjahr oder Sommer. Weibchen tragen nach der Befruchtung einen großen, kugeligen Eikokon unter dem Körper mit sich herum. Kurz vor dem Schlüpfen befestigen sie den Kokon an geschützter Vegetation und spinnen darum ein lockeres Gespinst, das als Brutkammer dient. Die Mutter bewacht diese Brutkammer intensiv, bis die Jungspinnen schlüpfen. Diese verbleiben zunächst gemeinsam in der Kammer und zerstreuen sich nach einigen Tagen. Diese Form der Brutpflege ist für Spinnen bemerkenswert und sehr typisch für die Gattung Dolomedes.Gefährdung
Die Gerandete Jagdspinne ist in Deutschland regional rückläufig und steht in mehreren Bundesländern auf der Vorwarnliste oder der Roten Liste. Hauptursachen sind die Trockenlegung von Feuchtgebieten, intensive Landwirtschaft, Gewässerverbauung und der Verlust strukturreicher Uferzonen. Auch der Klimawandel kann Lebensräume verändern und die Populationen unter Druck setzen. In naturnahen Gebieten kann sie jedoch stabile Bestände bilden.Natürliche Feinde
Zu ihren Feinden zählen Vögel, Amphibien, räuberische Insekten und größere Spinnenarten. Jungtiere sind zudem für Libellenlarven, Wasserkäfer und Ameisen anfällig. Ihre wichtigsten Schutzstrategien sind Tarnung, schnelle Flucht ins Wasser und das Abtauchen bei Gefahr.
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