Flussuferwolfspinne
Informationen zur Spinnenart
Familie / Ordnung:
Wolfspinnen (Lycosidae) / Webspinnen (Araneae)
Lateinischer Name:
Arctosa cinerea
Aussehen
Die Flussufer-Wolfspinne (Pardosa amentata) ist eine mittelgroße Wolfspinne mit einer Körperlänge von etwa 5 bis 9 Millimetern. Weibchen sind deutlich größer und kräftiger gebaut als Männchen. Der Vorderkörper (Carapax) ist dunkelbraun und trägt zwei helle, schmale Längsstreifen, die bis zu den Augen reichen. Der Hinterleib (Opisthosoma) ist bräunlich mit einem charakteristischen hellen Blattmuster und dunklen Flecken. Die Beine sind lang, schlank und meist hellbraun mit dunkleren Ringen, was ihr ein gutes Tarnmuster in Ufervegetation und auf feuchtem Boden verleiht. Ihre acht Augen sind in drei Reihen angeordnet – typisch für Wolfspinnen –, wobei die großen mittleren Augen für ihre ausgezeichnete Sicht verantwortlich sind.Verbreitungsgebiet
Die Flussufer-Wolfspinne ist in ganz Europa weit verbreitet, von den Britischen Inseln bis nach Russland. Auch in Teilen Asiens ist sie heimisch. In Deutschland gehört sie zu den häufigsten Wolfspinnenarten. Sie kommt von der Ebene bis in mittlere Gebirgslagen vor und fehlt nur in sehr trockenen oder extrem alpinen Regionen.Lebensraum
Wie ihr Name andeutet, bevorzugt die Flussufer-Wolfspinne feuchte, offene Standorte in der Nähe von Gewässern. Typische Lebensräume sind Fluss- und Bachufer, Sümpfe, Feuchtwiesen, Teichränder und Gräben. Sie besiedelt aber auch Waldränder und Gärten, sofern dort feuchte Bodenstellen vorhanden sind. Der Untergrund besteht häufig aus Sand, Kies oder feuchtem Gras, wo sie sich bestens tarnen kann. Im Gegensatz zu Netzspinnen baut sie kein Fangnetz, sondern jagt aktiv am Boden.Verhalten
Die Flussufer-Wolfspinne ist tagaktiv und sehr beweglich. Sie jagt als Lauerspinne: Sie hält sich in Bodennähe auf, wartet auf Beute und stürzt sich blitzschnell auf vorbeikommende Insekten. Ihre hervorragende Sehfähigkeit ermöglicht gezielte Angriffe. Sie kann schnell laufen und ist auch in der Lage, kurze Sprünge zu machen, um Beute zu ergreifen oder Feinden zu entkommen. Weibchen tragen ihren Eikokon am Hinterleib angeheftet mit sich herum und bewachen ihn intensiv. Nach dem Schlüpfen tragen sie die Jungspinnen für einige Tage auf dem Rücken – ein auffälliges Merkmal der Wolfspinnen.Ernährung
Die Flussufer-Wolfspinne ernährt sich von kleinen Insekten und anderen Gliederfüßern, die sie aktiv am Boden jagt. Dazu gehören Mücken, Fliegen, Springschwänze, kleine Käfer oder andere Spinnen. Sie tötet ihre Beute mit einem schnellen Biss und saugt die verflüssigten Körperinhalte aus. Dank ihrer Beweglichkeit kann sie auch flinke Beutetiere erfolgreich überwältigen.Fortpflanzung
Die Paarung findet im Frühjahr oder Frühsommer statt. Männchen werben mit speziellen Beinschlagbewegungen und Trommelsignalen, um die Weibchen auf sich aufmerksam zu machen. Nach der Paarung legt das Weibchen ihre Eier in einen kugeligen Eikokon, den sie an den Spinnwarzen befestigt und mit sich trägt. Nach dem Schlüpfen klettern die Jungtiere auf den Rücken der Mutter und lassen sich dort einige Tage tragen, bis sie sich zerstreuen und ein eigenes Jagdrevier suchen. Diese Brutpflege ist bei Spinnen relativ selten und ein charakteristisches Merkmal der Wolfspinnenfamilie (Lycosidae).Gefährdung
Die Flussufer-Wolfspinne ist nicht gefährdet und in Mitteleuropa weit verbreitet. Sie profitiert teilweise von offenen, gestörten Lebensräumen wie Uferböschungen oder Gräben. Dennoch kann die Zerstörung von Feuchtbiotopen durch Entwässerung, intensive Landwirtschaft oder Bebauung lokal zu Rückgängen führen. Auch der Einsatz von Pestiziden kann Bestände schädigen.Natürliche Feinde
Zu den Feinden der Flussufer-Wolfspinne gehören Vögel, Amphibien wie Frösche, Eidechsen, räuberische Insekten wie Laufkäfer sowie größere Spinnen. Jungspinnen fallen außerdem Springschwänzen, Ameisen und parasitischen Wespen zum Opfer. Ihre Tarnung und Schnelligkeit sind die wichtigsten Verteidigungsstrategien. Zusätzlich können sie bei Gefahr blitzartig fliehen und sich zwischen Steinen oder in dichte Vegetation zurückziehen.
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