Feenlämpchenspinne
Informationen zur Spinnenart
Familie / Ordnung:
Feldspinnen (Liocranidae) / Webspinnen (Araneae)
Lateinischer Name:
Agroeca brunnea
Aussehen
Die Feenlämpchenspinne (Agroeca brunnea) ist eine mittelgroße, unauffällige Spinnenart mit einer Körperlänge von etwa 5 bis 8 Millimetern. Der Vorderkörper (Carapax) ist gelblich bis rotbraun gefärbt und glänzend, während der Hinterleib (Opisthosoma) eher matt bräunlich erscheint und häufig eine feine Musterung aus dunklen Flecken oder Fleckenbändern zeigt. Die Beine sind gelblich bis hellbraun und relativ kräftig gebaut. Im Vergleich zu auffälligen Radnetzspinnen wirkt sie eher schlicht gefärbt. Charakteristisch ist die eiförmige, kompakte Körperform und die gleichmäßige Behaarung. Ihr Name „Feenlämpchenspinne“ bezieht sich auf die leuchtend orangefarbenen Eikokons, die an kleine Lämpchen erinnern.Verbreitungsgebiet
Agroeca brunnea ist in ganz Europa weit verbreitet und gehört zu den häufigsten Arten ihrer Gattung. Sie kommt von den Küstenregionen bis in Mittelgebirgslagen vor und fehlt nur in sehr trockenen oder extrem alpinen Gebieten. In Deutschland ist die Feenlämpchenspinne flächendeckend verbreitet und in vielen geeigneten Lebensräumen regelmäßig anzutreffen.Lebensraum
Typische Lebensräume sind feuchte Wiesen, lichte Wälder, Waldränder, Brachen und Heckenlandschaften. Man findet sie häufig in der Krautschicht oder im niedrigen Gebüsch, besonders an leicht feuchten Stellen. Auch in Gärten, an Wegrändern oder auf extensiv genutzten Wiesen kann sie vorkommen. Sie bevorzugt strukturreiche Vegetation und ungestörte Bodenbereiche, wo sie ihre unauffälligen Gespinste anlegt.Verhalten
Die Feenlämpchenspinne ist ein bodenorientierter Jäger. Sie baut kein Fangnetz, sondern lebt in einem kleinen, röhrenartigen Unterschlupf aus Spinnseide und Pflanzenmaterial, oft knapp über dem Boden verborgen zwischen Gräsern oder Laub. Von dort aus geht sie auf Beutefang und jagt aktiv kleine Insekten, Springschwänze und andere Gliederfüßer. Sie ist vorwiegend nachtaktiv und tagsüber gut versteckt. Ein besonderes Merkmal ist ihr Verhalten zur Eiablage: Die Weibchen fertigen auffällig orangefarbene Eikokons an, die sie an geschützten Stellen befestigen – diese leuchten regelrecht, wenn Sonnenlicht darauf fällt.Ernährung
Agroeca brunnea ernährt sich von kleinen Boden- und Krautschichtbewohnern wie Springschwänzen, Mücken, Käfern und Spinnen. Sie lauert am Rand ihres Verstecks und stürzt sich blitzartig auf vorbeikommende Beute. Nach dem Biss injiziert sie Verdauungssäfte, verflüssigt das Beutetier und saugt die Nährstoffe heraus. Ihre Jagdmethode ist effizient, aber weniger auffällig als bei Netzspinnen.Fortpflanzung
Die Paarungszeit liegt im späten Frühjahr bis Sommer. Nach der Begattung fertigt das Weibchen ein Gespinst an, in dem ein leuchtend orangefarbener Eikokon abgelegt wird – ein sehr charakteristisches Erkennungsmerkmal dieser Art. Die Eier reifen je nach Witterung über einige Wochen heran. Die Jungspinnen schlüpfen im Sommer, verbleiben zunächst im Schutz des Gespinstes und zerstreuen sich dann in die Umgebung. Die Feenlämpchenspinne hat eine Generation pro Jahr.Gefährdung
In Deutschland gilt die Feenlämpchenspinne als häufig und ungefährdet. Allerdings können intensive Mahd, Umbruch von Feuchtwiesen, Versiegelung und Habitatverlust lokal Bestände dezimieren. Extensiv genutzte Wiesen, strukturreiche Feldränder und naturnahe Gärten bieten gute Rückzugsräume.Natürliche Feinde
Zu den Feinden zählen Vögel, räuberische Insekten wie Laufkäfer, größere Spinnen sowie parasitische Wespen. Jungspinnen sind anfällig für Austrocknung und Fressfeinde im Bodenbereich. Ihre Hauptverteidigung ist das Versteck und ihre Tarnfärbung.Gefahr für den Menschen
Die Feenlämpchenspinne stellt für den Menschen keinerlei Gefahr dar. Sie ist klein, scheu und beißt nur, wenn sie massiv bedrängt oder festgehalten wird – was in der Praxis kaum vorkommt. Selbst ein seltener Biss hätte keine medizinische Bedeutung, da ihr Gift sehr schwach ist und die Chelizeren die menschliche Haut meist nicht durchdringen können. Es kann höchstens zu einer leichten Hautreizung kommen, vergleichbar mit einem Mückenstich. Die Art meidet den Kontakt mit Menschen und spielt in Haushalten keine Rolle, da sie bevorzugt in Wiesen und Gebüschen lebt.
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